The Voice Forum Göttingen, Geismar Landstr. 19, 37083 Göttingen Presse – Info von The Voice Forum vom 09.09.2007 Ein afrikanischer Aktivist des The VOICE Refugee Forums Deutschland wurde von israelischen Sicherheitskräften am Ben Gurion Flughafen in Tel Aviv festgehalten, erniedrigt und bis auf die Unterhose durchsucht. Herr Yufanyi Mbolo, einer der führenden Aktivisten des The VOICE Refugee Forums Deutschland, wurde am 5. September 2007 auf seiner Rückreise von Israel nach Deutschland am Ben Gurion Flughafen in Tel Aviv rassistisch und diskriminierend von den israelischen Sicherheitskräften behandelt. Herr Mbolo reiste mit seiner Freundin Frau Mai Zaidani , auch eine Aktivistin, nach Israel/Palästina um ihre Familie zu besuchen. Während seines Besuchs traf er auch obdachlose Familien, die ein Protestcamp in der Jerusalemer Innenstadt errichtet haben. Momentan sind in Israel ungefähr 53.000 Familien obdachlos und ohne staatliche Unterstützung. Er besuchte auch das Büro der Ärzte für Menschenrechte in Tel Aviv, wo er sich mit einigen afrikanischen Flüchtlingen und Migranten- Aktivisten traf. Auf seiner Rückkehr nach Deutschland wurde Herrn Mbolo im Flughafen eine spezielle Reihe von dem Sicherheitsbeamten zugeteilt, nachdem er angab einen Kamerunischen Reisepass zu haben. Er wurde dort einige Zeit stehen gelassen, bis er mit Hilfe seiner Freundin protestierte. Er wurde dann zur Seite genommen und mehrere Fragen gestellt warum er nach Israel gekommen sei. Er verwies auf die in der Nähe wartende Freundin und deren Mutter, seine Freundin wurde dann hinzu gerufen und es wurden ihr einige Fragen auf Hebräisch gestellt, die für Herrn Mbolo nicht verständlich waren, die Identität seiner Freundin wurde festegstellt. Nach einer eingehenden Beratung mit anderen Sicherheitsbeamten und wahrscheinlich der Feststellung das Frau Zeidani einen palästinensischen Vater hat, wurde Herr Mbolo in mitten der Menschen im Flughafen weiter isoliert. Seine drei Gepäckstücke wurden komplett auseinandergenommen und jeder einzelne persönliche Artikel wurde geröntgt auf der Suche nach Bomben oder Spuren von Bomben. Dies dauerte ca. 30 Minuten, doch das war noch nicht alles, Herr Mbolo wurde von zwei Sicherheitsagenten in einen privaten Raum gebracht und musste sich teilweise entkleiden, er wude durchsucht, einige Kleidungstücke wurden geröntgt. Die komplette offene und private Untersuchung dauerte eine Stunde und zwanzig Minuten. Als nichts zu finden war, wurden die Sachen von Herrn Yufanyi Mbolo sortiert und hektisch verpackt. Ein Gepäckstück mit seinen Kleidern, einigen Geschenken und einer Flasche Arak (die von den Sicherheitsagenten entfernt und getrennt verpackt wurde) wurde zu einem separaten Check-in gebracht. Die speziell eingecheckten Dinge kamen erst einen Tag nach der Rückkehr in Deutschland an. Es ist völlig unklar was die Sicherheitsagenten in dieser Zeit mit seinen Sachen gemacht haben. Als schließlich seine Freundin und deren Mutter nach der rassistischen Erniedrigung erkundigten, was in dem Raum passierte, sagte ihnen Herr Mbolo in Gegenwart der Sicherheitsbeamten, dass es eine der schlimmsten Erfahrungen seines Lebens war. Sie versuchten die Agenten nach dem Problem zu fragen und es wurde geantwortet, dass sie nur ihre Arbeit machen würden. Auf die Frage von Frau Zeidani in Englisch, warum solch eine Erniedrigung stattfand, wurde sie ermahnt auf Hebräisch zu reden. Zu diesem Zeitpunkt wurde der sogenannte Sicherheits-Supervisor oder Chef Herr Jonathan Barlev von dem Sicherheitsbeamten „Max“ gerufen. Dieser stellte erneut die Identität von Frau Zeidani und Herrn Mbolo fest. Frau Zeidani fragte ihn, warum all diese Drangsalierung, wenn man gegen die Erniedrigung in Israel protestiere und die Antwort des Sicherheitschefs in Hebräisch war: „Sie verschwenden Ihre Zeit, ich werde dafür bezahlt, das zu tun.“ Nachdem Herr Mbolo bereits fortgegangen war, fragte Frau Zeidani Herrn Barlev nach seiner Dienstnummer für zukünftige Bezugnahme. Nicht nur dass er ihr nicht seine Karte zeigte, er versteckte seine Karte mit der Dienstnummer und bestand darauf, das die Nummer 15922 für Frau Zaidani genüge. Diese Art von rassistischer Demütigung von Seiten der israelischen Sicherheitsagenten ist keine Ausnahme weder auf dem Flughafen Ben Gurion noch von Seiten des israelischen Staates. Am 19. Juli diesen Jahres veröffentlichte die Südafrikanische Gewerkschaft der städtischen Arbeiter/innen (SAMWU) eine Pressemitteilung (www.samwu.org.za/old_samwu/19jul07.htm) über die rassistische und aggressive Behandlung ihres ersten Vizepräsidenten, der festgehalten, entkleidet untersucht vom israelischen Sicherheitsdienst weitaus schlimmere Erfahrungen in Südafrika und Israel/Palästina durchlebte. Die Erfahrung von Herrn Yufanyi Mbolo in der israelischen Botschaft (in Berlin) zur Erlangung seines Visums zuvor können diese rassistische Verhalten nur bestätigen. Er wurde von Israelis auf Hebräisch den Wachhabenden fragend mit den Worten verspottet, ob sie auch Leute in die israelische Botschaft lassen würden, die kein Bad nehmen würden. Darauf lachten alle, auch der Wachschutz. Sie meinten wohl, dass er aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe nicht geduscht hätte. All das geschah am Eingang zur israelischen Botschaft (in Berlin). Als Herr Yufanyi in der Botschaft ein Visa auf einem Extra Papier und nicht im Reisepass erbat, weil er auch in muslimische Länder wie Sudan reisen wollte, wurde er von dem Konsul gefragt, „Was wollen Sie denn in einem Land wie dem Sudan, wo sie sich gegenseitig umbringen?“ Bei Ankunft in Israel wurde ihm mitgeteilt, das sein Visa nur eine Empfehlung eines Visa sei und dass er sich mit dem Innenministerium für ein echtes Visa in Verbindung setzen müsse. Die PalästinenserInnen haben schrecklichere Geschichten zu erzählen. The Voice Flüchtlings Forum verurteilt auf schärfste die rassistische und faschistische Behandlung unseres Mitglieds und führenden Aktivisten. Die schreckliches Behandlung, die Herrn Yufanyi widerfuhr und die Erfahrung, die er uns über die Fehlbehandlung und Abschiebung anderer AfrikanerInnen und Migranten in Israel/Palästina berichtete, sind inakzeptabel. Israel, ein Land, das aus den Folgen des Holocaust und vom Rassismus durch die europäische Verfolgung der Juden und Jüdinnen am meisten gelernt und gelitten haben müsste, darf nicht selber zum Täter werden, indem es nichts anderes tut, als dies an anderen ethnischen Völkern zu wiederholen. The Voice Flüchtlings Forum fordert daher eine Untersuchung, die eine Verfolgung der Initiatoren dieser rassistischen Taten zur Folge hat. The Voice Flüchtlings Forum fordert eine Erklärung, was mit den Habseligkeiten von Herrn Yufanyi Mbolo nach ihrem Verschwinden auf dem Weg nach Deutschland passierte. The Voice Flüchtlings Forum fordert eine offene Entschuldigung gegenüber Herrn Yufanyi Mbolo und der Familie von Frau Zeidani. ISD NRW e. V. unterstützt die Forderungen von The Voice Flüchtlings Forum erwartet aber zusätzlich noch von seinen Brüdern und Schwestern, die jüdischen Glaubens sind, eine aktivere Rolle bei fremdenfeindlichen Übergriffen sowohl gegenüber jüdischen MitbürgerINNEN [egal, ob schwarze oder weiße Juden, die es nämlich auch gibt!] als aber auch eine entschiedenere und lautstarke Stellungnahme bei fremdenfeindlichen Übergriffen auf nichtjüdische MitbürgerINNEN.
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